Ma Long – der schwierigste Gegner aktuell für die Deutschen

Ma Long ist derzeit die Nummer 1 der Weltrangliste und die größte Herausforderung für die beiden besten deutschen Spieler: Dimitrij Ovtcharov und Timo Boll. Dabei kommt doch der europäische Shakehand-Stil, wie er ebenso bei den Deutschen üblich ist, ihnen sehr entgegen. Der Zuschauer und besonders die Spieler dürften sich deswegen fragen, woher sein großer Erfolg rührt.

Zunächst einmal voranstehend eine kurze Zusammenfassung über ihn: Ma Long ist gebürtiger Chinese und am 20. Oktober 1988 in Liáoníng geboren. Seit 2007 ist er durchgängig unter den Top 10 der Weltrangliste der ITTF. Insgesamt gehen drei olympische Goldmedaillen auf sein Konto und er ist achtfache Weltmeister.

Im Spiel zeigt er oftmals Ruhe und Ausgeglichenheit. Jeder Ball, den er schlägt, scheint ein Erfolg zu werden. Besonders die Vorhand bietet immer wieder Überraschungen für seine Gegner. Dabei ist er stets höflich und diszipliniert. Seine Freude zeigt er immer auf eine feine und angenehme Art.

Timo Boll hatte nun bei der WM in Düsseldorf gegen ihn verloren. Ma Long zeigte im Juni deutlich, welche Disziplin und Nervenstärke er besitzt. Auch hier trat Ma Long nach dem Sieg sehr professionell und achtsam auf, reichte zunächst Timo Boll und den weiteren wichtigen Personen die Hand. Jene Nervenstärke gipfelte schließlich im chinesischen Duell im Finale. Denn dort überwand er seinen Landsmann Fan Zhendong in einem epischen Kampf. Dies zementierte seine WM-Position als Nummer 1.

Eine wichtige andere Eigenschaft ist seine Belehrbarkeit. Diese wird oftmals am Spielrand mit seinem Trainer Qin Zhijian deutlich. Gleichfalls nach dem Kampf gegen Timo Boll hatte er sein Spiel mit ihm artig reflektiert und hörte sich die Meinungen seines Trainers fleißig wie ein jugendlicher Spieler an.

Diese gesamten Eigenschaften machen ihn neben seiner hervorragenden Technik als einen der größten deutschen Gegner aktuell. Es wird sicherlich noch einige Zeit dauern, bis auch Dimitrij Ovtcharov wieder an ihn herankommt, der derzeit auf Platz 3 der Weltrangliste gewertet ist. Er wird noch einige Anläufe nach seiner aktuellen Verletzungspause brauchen, bis er das schafft.